Der Protestantismus hat seit 500 Jahren das gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Leben in Deutschland und in Europa stark mitgeprägt.

Die von ihm ausgehenden Impulse haben Menschen inspiriert, Verantwortung für sich, für andere Menschen, für das Zusammenleben, die Gestaltung des Gemeinwesens sowie das Gespräch der Kulturen und Religionen zu übernehmen. Daran will unsere Stiftung anknüpfen und in Verbindung von Protestantismus, Bildung und Kultur gemeinnützige und kreative Initiativen und Projekte fördern und öffentlich bekannt machen. Im zeitgemäßen Bezug hat die Stiftung jüngst u.a. Aktivitäten im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa 2010 aufgegriffen und folgende Projekte exemplarisch gefördert.

Der Film „Die Fremde“ wurde von der Stiftung beim Ersten Kirchlichen Filmfestival im März 2010 in Recklinghausen ausgezeichnet. Er steht für eine Kulturarbeit als eigenständige  Ausdrucksform existenzieller, kultureller und religiöser Fragen und fordert zur gesellschaftlichen Diskussion über das Tabu der „Ehrenmorde“ auf.

Das Projekt „Pilgern im Pott“ nimmt die alte Tradition des Pilgerns auf. Als Lebensbegleitendes Lernen hilft es Menschen, gemeinsam und allein, Spiritualität im Alltag zu entdecken. Die Stiftung hat die Publikation eines Pilgerführers unterstützt, der die verschiedenen Pilgerwege im Ruhrgebiet beschreibt. Dazu gehört auch die Förderung der „Pilgerbegleiter-Ausbildung“, die Ehrenamtliche pädagogisch qualifiziert, Menschen auf Pilgertouren zu begleiten, Ansprechpartner für Sorgen und Nöte zu sein und Angebote zu Spiritualität und Meditation zu machen.

Das Projekt „Schattenkultur“ öffnet den Blick für das Leben hinter Gittern. Es versteht sich als Brücke zwischen „drinnen“ und „draußen“, zwischen „Schatten“ und „Licht“. Die Stiftung hat ein Filmprojekt mit Jugendlichen zum Thema „Abschiebehaft“ der JVA Büren unterstützt. In guter protestantischer Tradition wird so unterstrichen, dass die Würde des Menschen auch im „Knast“ gilt.

Noch in Arbeit ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Fachhochschule in Bochum unter der interkulturellen Fragestellung: “Wie wollen wir miteinander leben?“.  Diese von der Stiftung geförderten Vorhaben sind beispielhaft dafür, wie wir uns eine weitere Förderung und die Einlösung des Versprechens einer nachhaltigen Weiterwirkung der Kulturhauptstadt Europa 2010 vorstellen. Darüber hinaus gilt unsere Aufmerksamkeit aber auch anderen Regionen in der Ev. Kirche von Westfalen, in denen die Stiftung bereits Projekte aus dem Bereich Bildung und Kultur gefördert hat und weiter fördern wird.

Wir laden Verantwortungsträger aus Wirtschaft, Kultur, Medien, Bildung und Kirche ein, sich zu beteiligen und die Stiftung zu unterstützen. Sie können dazu beitragen, dass die Stiftung sich als ein lebendiges Werk entwickelt, das Früchte trägt.

Prof. Dr. Hildegard Mogge-Grotjahn
(Ev. Fachhochschule Bochum)
Vorsitzender des Kuratoriums

Dr. Rüdiger Sareika
(Studienleiter am Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW i.R.)
Vorsitzender des Vorstandes