Projekt "Schattenkultur"

"Schattenkultur"

Hinter diesem Titel verbirgt sich ein viel beachtetes Projekt der Kulturhauptstadt 2010. In den Haftanstalten des Landes wurden kreative Projekte in den Bereichen Theater, Film, Video, Literatur und Biographiearbeit angeregt und im ehemaligen Hafthaus Moers zu einer öffentlichen Präsentation zusammengeführt. An diesem Ort finden das ganze Jahr über Führungen und Aufführungen, Workshops und Diskussionen statt. 

In diesem Rahmen wurde auch ein Filmprojekt von Schülerinnen und Schülern vorgestellt, das sich mit der Problematik der Abschiebehaft beschäftigt. Unter professioneller Anleitung des Medienprojektes Wuppertal ist ein bewegender Film entstanden, der auch die Schicksale der Abgeschobenen in ihren Heimatländern einbezieht. Unter dem Titel „Illegalität und Abschiebung“ ist er für jeden Interessierten zugänglich und in Schulen und Gruppen pädagogisch einsetzbar. Träger des Projekts war das Büro der Kulturhauptstadt der Evangelischen Kirchen in Westfalen und im Rheinland in ökumenischer Partnerschaft mit dem katholischen Bistum Essen und dem Justizministerium.

Das Projekt empfahl sich zur Förderung, weil es u.a. einer Evangelischen Stiftung ein Anliegen sein muss, Menschen im „Schattenbereich“ unserer Gesellschaft Gesicht und Stimme zu geben. In diesem Fall handelt es sich um mehrfach leidgeprüfte, selten willkommene „Opfer“, die nun wiederum in eine gefahrvolle Situation zurückgeschickt werden. Mit dem Filmprojekt werden junge Menschen zu einer kreativen Auseinandersetzung mit der humanen Dimension des Asylrechts angeregt. Und das Medium Film verspricht eine nachhaltige Weiterwirkung.